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Wie man einen Reifen herstellt

Fahrzeuge zum Spielen benötigen Reifen. Bisher habe ich auf gedrechselte Felgen O-Ringe aufgezogen. Warum nicht auch einmal Reifen selbst gießen?
     In diesem Report berichte ich, wie ich Reifen für einen Teleskoplader herstelle. Diese Reifen haben ein für Traktorreifen übliches grobstolliges Profil.
     Mein Report ist kein Rezept, das man einfach befolgen muss. Wer handwerkliches Geschick hat und mitdenkt, findet in diesem Report Anregungen für das eigene Handeln.

Othmar BOOZ


1  |  Motivation

== reif_img-01 == Das Foto zeigt das Rad eines kleinen Anhängers. Auf der gedrechselten Felge ist ein O-Ring aus Synthesekautschuk (NBR70) aufgezogen. Ein O-Ring mit 60 mm Durchmesser und einem Schnurdurchmesser von 6 mm kostet etwa 2 Euro (Bezug in Kleinmengen). Für ein kleines Schlepperrad sind zwei bis drei O-Ringe notwendig. Mit billigen Ringen aus Synthesekautschuk (z. B. Dichtungen für Abwasserrohre) habe ich schlechte Erfahrungen gemacht. Die Ringe hinterlassen hässliche Flecken auf Kunststoffen und lackierten Hölzern.
     Motivation für die Eigenfertigung waren die Kosten und das schlichte Aussehen der Räder.

2  |  Planung

== reif_img-02 == Der Reifen soll aus Silikon gegossen werden. Das Bild zeigt die Zeichnung für das Urmodell und die Form für den Guss.

Die vollständigen Zeichnungen finden Sie hier:
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3  |  Urmodell des Reifens

== reif_img-03 == Das Modell des Reifens besteht aus einem Kern aus verleimten Multiplexplatten. Die Stollen bestehen aus Hartplastilin. Die Scheibe, die den Reifen trägt, wird nach dem Formenbau durch den Kern der Form ersetzt.

4  |  Form

== reif_img-04 == Das Foto zeigt die Teile, die den Kern der Form bilden. Im ersten Schritt des Formenbaus bilden der Ring 1 und das unregelmäßige Vieleck 2 die obere Form. Die Drehteile 3a, 3b und 4 bilden den Kern der Form. An die Stelle der Scheibe 4 tritt beim Formenbau das Urmodell 5 des Reifens.

== reif_img-05 == Die Teile des Kerns und das Urmodell sind zusammengebaut. Die Nummern bezeichnen dieselben Teile wie im vorangegangenen Foto.

== reif_img-06 == Das Foto zeigt die Form nach dem Guss der Innenform aus Silikon. Das Stützmodell aus Polymergips (hellgrün) ist auf eine Siebdruckplatte montiert. Gut zu erkennen ist das Vieleck, das den Kern mit dem Urmodell nach oben abschließt.

== reif_img-09 == Jetzt wird der Deckel (Vieleck) aufgesetzt. Im Deckel aus Holz sind Bohrungen, in die das Polyurethan eindringt und sich so beim Erhärten fest mit dem Holz verbindet. Diese Bohrungen werden mit Polyurethan vollgegossen.

== reif_img-10 == Das Foto zeigt die Teile der fertigen Form: die Stützform 1 aus Polymergips, die Grundplatte 2 aus Holz, die Innenform 3 aus Silikon, den Kern 4 aus Holz und den Deckel 5 aus Holz und Polyurethan. Im Deckel sind feine Bohrungen, durch die Luft beim Gießen entweichen kann.

5  |  Guss

== reif_img-11 == Der Reifen wird aus Silikon gegossen, das schwarz gefärbt ist. Wenn man Silikon in eine Silikonform gießt, ist es unerlässlich, die Form mit einem geeigneten Trennmittel zu benetzen. Sonst würde sich das Gussmaterial mit der Form reißfest verbinden. Nach dem Mischen wird das Silikon im Vakuum entlüftet. Im ersten Schritt wird in die offene Form (ohne Deckel) Silikon gegossen, bis es die Höhe erreicht hat, an der die Unterseite des Deckels aufsetzt.

== reif_img-13 == Nach einigen Stunden ist das Silikon vernetzt und fest. Jetzt kann der Reifen der Form entnommen werden. Das Foto zeigt den Reifen so, wie er aus der Form kam. Der Reifen muss noch gesäubert werden. Unnötige Teile werden abgeschnitten oder abgezupft.
     Noch ein Wort zu den Kosten. Für den Guss sind 38 Gramm Silikon pro Reifen notwendig. Damit sind Kosten von etwa zwei Euro verbunden.



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